Fasching in Berlin?

 

Was ist das auf meinem Kopf? Ein Treppenwitz? Kann man ja mal so fragen! Es ist ja gerade Karneval. Hier zum Glück nicht, wegen mir können sie in NRW soviel Quatsch machen, wie sie wollen – mir fehlt das Gen dafür. Kollektives Lustigsein auf Bestellung brauche ich nicht und mit Verkleidungen habe ich auch nicht viel am Hut, außer, dass ich prima ein Stichwort finde. HUT nämlich. Das hatten wir doch gerade als wohl behütete Blogparade. Da habe ich die Kappe mit den 2 Pelzbommeln (heul nicht gleich wieder Henne, dieses Mal ist es doch nur Kunstfell) schon vorgezeigt und ja, ich laufe damit unter anderem auch durch Berlin. Fell soll ja warm halten. Oder wenigstens schmücken. Oder extrem auffallen. Letzteres gelingt damit zweifellos!

Warum auch nicht. Nur weil ich Ü 50 bin? Vielleicht reden sogar Leute hinter meinem Rücken über mich. Bitte, sollen sie ruhig weitermachen – ich höre es ja nicht, also stört es mich auch nicht. Was ich aber höre, sind Komplimente, von Damen und von Herren und was ich sehe, sind lächelnde Gesichter. Also trage ich mein schräges Oktoberreiseandenken voller Freude. Lächelnde Menschen mag ich, dann lächel ich zurück – das steht mir eh besser!

Treppenwitz mit Geschichte

 

Heute trage ich meine Bommel-Kappe zu einem Outfit, das ja schon aufgrund der Jackenfarbe ein totaler Hingucker ist. So werde ich wenigstens gesehen und muss nicht in das Gejammer vieler Ü-Irgendwas Damen einfallen, die sich ach so unsichtbar fühlen. Ja, wenn ich grau in grau durch die Stadt husche, dreht sich auch keiner nach mir um. Wenn ich mich als schrille Alte verkleide, dann schon, wie diesbezüglich erfolgreiche Blogs beweisen. Also suche ich mir mal den nicht dezenten, aber für mich tragbaren Mittelweg:

weiteres schwarzes Beiwerk:  mein „Wohnschal“ aus Kaschmir und Handschuhe von Hermès

Knallgelb im Winter? 

 

Nicht nur Karl Lagerfeld machte dafür einst mobil. Kanarienvögel tun es auch schon ganz lange und irgendwann hat sogar die Glamour GELB zur Trendfarbe des Winters 2016 ausgerufen. Und da ich mich ja selten an solche Trends halte, trug ich schon im 2016er Sommer sehr kräftiges GELB. Nein, nicht dieses Kaschmirjäckchen, sondern ein ganz feines Seidenkleid. Erstmals seit fernen Kindertagen war diese Knallfarbe so dominant an mir. Etwas gebräunte Haut gehört wohl dazu, um nicht wie ein Bratei auszusehen. Oder gar wie Biene Maja.

Bienchen-Streifen sollen ja auch wieder schwer angesagt sein. Waren sie jemals out? Vielleicht bei Girls zwischen 14 und 34 Jahren – aber danach wird doch maritim Gemixtes immer wieder hervorgebuddelt und jedes Jahr erneut als Trend für die Dame mit Stil ausgerufen. In diesem Sommer trägt wer IN ist aber wohl besser grün-weiss statt gelb-schwarz.

Das war noch nie da!

 

Gibt es überhaupt noch Neuschöpfungen? Überraschende Ideen, die sich ganz fix durchsetzen und bei deren Anblick die modeinteressierte Welt staunend denkt: Das war noch nie da?

Das letzte Mal passierte mir es bei den spitzen absatzlosen Tretern, die auf dem Spann kreuzweise mit bunten Schnürsenkeln geschlossen werden sollten. Breite weiche Satinschleifen als Anlehnung an echte Ballerina-Schläppchen hätte ich noch verstanden, aber diese Machart fand ich schon in Größe 36 gewöhnungsbedürftig und ab Größe 40 dann nur noch unmöglich.

Und ausserdem sind wir noch gerade noch so im Februar, da trage ich lieber meine lammfellgefütterten Fiorentini &Baker Eternitys durch die Stadt. Ab März dann auch wieder barfuß, um den nahenden Frühling zu begrüßen. Februarspitzenwerte von 12,5 ° C legen uns ja schon fast italienische Verhältnisse nahe und es tut gut, die ganz warme Jacke endlich wieder im Schrank zu lassen. Man kann ihn an manchen Tagen schon erschnuppern, den Lenz!

Mit meiner Filzkappe bin ich heute bei Sunnys Link-Up dabei und dann schicke ich Chrissie ein dickes Dankeschön in die Edelfabrik für das entspannte Fotoshooting am Berliner Hauptbahnhof.